Die vergangenen Erfolge der Modebranche

Der inter­na­tio­na­le Beklei­dungs­markt zeich­ne­te sich bis 2019 durch ein soli­des Wachs­tum aus. Vor allem die wach­sen­de Mit­tel­schicht und der stei­gen­de E‑Com­mer­ce-Anteil am Umsatz befeu­er­te das Wachs­tum der Bran­che. Den deut­schen Kon­su­men­ten wur­de es immer wich­ti­ger, wel­che Klei­dung sie tru­gen. Das stei­gen­de Mode- aber vor allem auch das Umwelt­be­wusst­sein der deut­schen Kon­su­men­ten spie­gelt sich in den Kon­sum­aus­ga­ben sowie in der Art und Wei­se, was kon­su­miert wird, wider. Im Jahr 2019 wur­den etwa fünf Pro­zent der Kon­sum­aus­ga­ben für Beklei­dung und Schu­he aus­ge­ge­ben. Vor die­sem Hin­ter­grund pro­fi­tier­ten ins­be­son­de­re Fast-Fashion-Anbie­ter und Online-Händ­ler vom unge­brems­ten Mode­in­ter­es­se der Deut­schen. Mit dem Aus­bruch der Pan­de­mie haben sich jedoch die posi­ti­ven Zukunfts­aus­sich­ten zuneh­mend ver­dun­kelt. Der nach­hal­ti­ge Aspekt rück­te mehr und mehr in den Vor­der­grund, es wur­de bewuss­ter konsumiert.

Welche nachhaltigen Auswirkungen hat COVID-19 auf die Branche?

Die Mode­bran­che wur­de – wie alle ande­ren Bran­chen auch – von der COVID-19 Pan­de­mie unvor­be­rei­tet getrof­fen. Ins­be­son­de­re durch die Schlie­ßun­gen in zahl­rei­chen euro­päi­schen Län­dern und der wei­te­ren Ein­schrän­kung im sta­tio­nä­ren Han­del, hat­te sich die Situa­ti­on noch wei­ter verschärft.

Es wur­de ver­schie­de­ne Maß­nah­men zur Siche­rung der Arbeits­plät­ze und zum Schutz der Liqui­di­tät ergrif­fen. Neben der Ein­füh­rung inter­ner Maß­nah­men, sicher­ten zahl­rei­che Unter­neh­men ihre Exis­tenz im ers­ten Lock­down durch Kurz­ar­bei­ter­geld, öffent­li­che För­der­dar­le­hen oder Steuer‑, Abga­be- und Miet­stun­dun­gen. Die Aus­wir­kun­gen der Pan­de­mie haben aber lang­fris­ti­ge Fol­gen. Die Beschleu­ni­gung des E‑Commerce und das ver­än­der­te Kauf­ver­hal­ten der Ver­brau­cher wer­den sich wohl nicht mehr zurück­ent­wi­ckeln, son­dern es ist davon aus­zu­ge­hen, dass sich die­se Trends wei­ter fort­set­zen werden.

Auf welche Trends sollten sich die Unternehmen einstellen?

Trotz der star­ken Seg­men­tie­rung der Bran­che wer­den alle Akteu­re durch die sechs Mega­trends beeinflusst.

Die­se sind:

  • Digi­ta­li­sie­rung
  • Gender/Generationsfokus
  • Green and Social Awareness
  • Indi­vi­dua­li­sie­rung
  • Kon­nek­ti­vi­tät sowie
  • Ver­än­der­tes Konsumverhalten

Daher wer­den im sta­tio­nä­ren Ein­zel­han­del nur die Händ­ler über­le­ben, die inno­va­tiv und zukunfts­ori­en­tiert ver­su­chen, die Ent­wick­lun­gen bei den Kun­den zu eta­blie­ren und die­se an die Hand zu neh­men. Dafür muss eine inspi­rie­ren­de sowie rei­bungs­lo­se Cus­to­mer Jour­ney für den Kun­den gebo­ten wer­den. Wer  als Händ­ler Ein­fluss auf die Ideen­su­che bis hin zur Kauf­ent­schei­dung hat, wird sicher­lich in Zukunft eine gestal­ten­de Rol­le am Markt ein­neh­men können.
Beson­ders die End­ver­brau­cher unter 30 Jah­re legen sehr viel Wert auf die Ver­net­zung des sta­tio­nä­ren Ein­kaufs­er­leb­nis­ses mit dem mobi­len Inter­net. Gera­de die Indi­vi­dua­li­sie­rung der Mode und die öko­lo­gi­sche Ver­ant­wor­tung der Nach­hal­tig rücken bei die­sen Kun­den immer mehr in den Fokus.

Was sind Lösungsansätze, gegen die „saure Gurkenzeit?”

Bedingt durch die aktu­el­le, wenn auch sich abschwä­chen­de, Pan­de­mie ste­hen liqui­di­täts­si­chern­de Maß­nah­men und ope­ra­ti­ve Ver­kaufs­maß­nah­men wei­ter­hin klar im Fokus.

Bei den liqui­di­täts­si­chern­den Maß­nah­men sind ins­be­son­de­re die Opti­mie­rung des Working Capi­tal Manage­ments, die Opti­mie­rung der Kos­ten­struk­tu­ren sowie die Opti­mie­rung der Pro­zes­se genannt. Die­se Maß­nah­men kön­nen größ­ten­teils ohne frem­de Hil­fe und damit aus eige­ner Kraft umge­setzt wer­den. Ergän­zend dazu soll­ten staat­li­che För­der­mit­tel best­mög­lich genutzt oder auch nicht vor Fili­al­schlie­ßun­gen zurück­ge­schreckt wer­den. Über allem soll­te eine Ori­en­tie­rung an den im Text genann­ten Mega­trends ste­hen. Die­se soll­ten ana­ly­siert und in die eige­ne stra­te­gi­sche Aus­rich­tung auf­ge­nom­men werden.

Soll­te sich das Unter­neh­men in der Liqui­di­täts­kri­se befin­den und aus eige­ner Kraft nicht mehr den Tur­naround schaf­fen, gibt der Gesetz­ge­ber durch die Sanie­rung mit­tels Insol­venz (ESUG- bzw. Schutz­schirm­ver­fah­ren) bzw. dem außer­insol­venz­li­chen Sanie­rungs­ver­fah­ren (StaRUG) eine Viel­zahl von Mög­lich­kei­ten, das Unter­neh­men wie­der auf Kurs zu bringen.

Ger­ne unter­stüt­zen wir Sie bei der Auf­nah­me des Sta­tus quo und beglei­ten Sie bei der durch­grei­fen­den Sanie­rung Ihres Unter­neh­mens. Neh­men Sie ger­ne Kon­takt mit uns auf.