Risikosteuerung und Risikokontrolle/-berichterstattung

Wie bereits im Teil 2 – „Mit Risi­ko­ma­nage­ment immer auf Kurs“ her­vor­ge­ho­ben, sind seit dem 01.01.21 Unter­neh­men, resul­tie­rend aus der Ver­schär­fung des Unter­neh­mens­sta­bi­li­sie­rungs- und ‑restruk­tu­rie­rungs­ge­set­zes (StaRUG), ver­pflich­tet, das Risi­ko­ma­nage­ment bzw. ein Risi­ken­früh­erken­nungs­sys­tem zu imple­men­tie­ren und in ihr Han­deln zu inte­grie­ren. Die Coro­na-Kri­se zeigt auf, dass durch die spät erkann­ten mate­ria­li­sier­ten Risi­ken und plötz­lich auf­ge­tre­te­nen wirt­schaft­li­chen Her­aus­for­de­run­gen für ein Unter­neh­men, ein geleb­tes und funk­tio­nie­ren­des Risi­ken­früh­erken­nungs­sys­tem an Wich­tig­keit mehr und mehr zunimmt.

Auf­bau­end auf Teil 2 unse­rer Blog Serie – „Mit Risi­ko­ma­nage­ment immer auf Kurs“, mit den Schwer­punk­ten Risi­ko­be­wer­tung und Risi­ko­ag­gre­ga­ti­on, gehen wir im Teil 3 auf die Risi­ko­steue­rung, die Risi­ko­kon­trol­le sowie deren Bericht­erstat­tung inner­halb des Risi­ko­ma­nage­ments ein.

Risikosteuerung

Pri­mär ist sicher­zu­stel­len, dass die Risi­ko­trag­fä­hig­keit grö­ßer ist als der Risi­ko­um­fang und die ein­ge­schätz­te Risi­ko­si­tua­ti­on mit den ver­bun­de­nen Chan­cen in Rela­ti­on steht. Risi­ken soll­ten nur ein­ge­gan­gen wer­den, wenn ange­mes­se­ne Ertrags­po­ten­zia­le gegen­über­ge­stellt wer­den kön­nen. Bei einem nega­ti­ven Chan­cen-Risi­ko-Ver­hält­nis der Risi­ko­ziel­vor­stel­lun­gen des Unter­neh­mens, wird mit­tels der Risi­ko­steue­rung ein­ge­grif­fen und es wird ange­strebt die geplan­te Soll-Risi­ko­si­tua­ti­on zu errei­chen (z.B. Abschluss von Ver­si­che­run­gen etc.). Dabei wird das ursprüng­li­che Brut­to­ri­si­ko auf ein ange­mes­se­nes Maß reduziert.

Die Risi­ko­steue­rung kann in drei Teil­be­rei­che unter­glie­dert werden:

  • Risi­ko­ver­mei­dung,
  • Risi­ko­ver­min­de­rung und
  • Risi­ko­trans­fer

Durch eine Risi­ko­ver­mei­dung wird ein Ver­zicht von bestimm­ten Risi­ken (pro­spek­tiv), bei unver­hält­nis­mä­ßig hohen Risi­ko­po­ten­zia­len erreicht. Die Ein­tritts­wahr­schein­lich­keit und/oder das Scha­den­aus­maß wird aus Sicht des Unter­neh­mens auf null redu­ziert.

Die Risi­ko­ver­min­de­rung ermög­licht die Reduk­ti­on des gesam­ten Risi­ko­ge­hal­tes durch Beein­flus­sung der Risi­ko­struk­tur. Durch geeig­ne­te Maß­nah­men wird auf die Ein­tritts­wahr­schein­lich­keit und/oder das Scha­den­aus­maß eines Risi­kos ein­ge­wirkt.

Ein Risi­ko­trans­fer hat die Über­tra­gung von Risi­ken an Drit­te als Hin­ter­grund. Das ursprüng­li­che Risi­ko bleibt bestehen, wird jedoch nicht mehr allein getra­gen (z.B.: die (Rück-) Ver­si­che­rung, Trans­fer auf den Kapi­tal­markt, Kun­den oder Lie­fe­ran­ten, Out­sour­cing von Funk­tio­nen oder Berei­chen etc.).

Nicht iden­ti­fi­zier­te Risi­ken kön­nen nicht bewusst gesteu­ert wer­den. Sie wer­den jedoch unbe­wusst durch die Eta­blie­rung all­ge­mei­ner Steue­rungs­maß­nah­men ver­min­dert.

Das Net­to-Risi­ko (ver­blei­ben­de Rest­ri­si­ko), nach der Anwen­dung von Risi­ko­steue­rungs­maß­nah­men, wird vom Unter­neh­men getra­gen.

Risikokontrolle

Die Risi­ko­kon­trol­le ist ein Resü­mee und steu­ern­des Ele­ment des Risi­ko­ma­nage­ment­pro­zes­ses. Sie dient der Beur­tei­lung von Effi­zi­enz und Wirk­sam­keit des Risi­ko­ma­nage­ments sowie zur Fest­stel­lung mög­li­cher Ver­bes­se­rungs­po­ten­zia­le (Doku­men­ta­ti­on, Berichterstattung).

Risikoberichterstattung

Die Risi­ko­be­richt­erstat­tung berich­tet über das Risi­ko­pro­fil des Unter­neh­mens, über­wacht und stellt sicher, dass iden­ti­fi­zier­te und bewer­te­te Risi­ken den (inter­nen und exter­nen) Ziel­grup­pen mit­ge­teilt wer­den. Sie ermög­licht es den im Risi­ko­ma­nage­ment­pro­zess ein­ge­bun­den Par­tei­en ihrer Über­wa­chungs- oder Ent­schei­dungs­funk­ti­on nach­zu­kom­men.

  • Eine inter­ne Bericht­erstat­tung beinhal­tet eine Abstim­mung des Risi­ko­be­richts mit den Unter­neh­mens­be­rei­chen und wird dem Vor­stand, den Schlüs­sel­funk­tio­nen und dem Auf­sichts­rat in regel­mä­ßi­gen Abstän­den oder ad-hoc zur Ver­fü­gung gestellt. Somit wird sicher­ge­stellt, dass alle wich­ti­gen Infor­ma­tio­nen zur Risi­ko­si­tua­ti­on kom­mu­ni­ziert werden.
  • Bei einer exter­nen Bericht­erstat­tung wird in han­dels­recht­li­che und auf­sichts­recht­li­che Bericht­erstat­tung unter­schie­den.