Das Leit­bild des sanier­ten Unter­neh­mens stellt einen zen­tra­len Aspekt bei der Sanie­rung von Kri­sen­un­ter­neh­men dar. Im Rah­men der Erstel­lung eines Sanie­rungs­kon­zep­tes nach IDW S6 wird die Aus­ar­bei­tung eines stra­te­gi­schen Leit­bil­des kon­kret von der BGH-Recht­spre­chung gefor­dert. Dabei bil­det das Leit­bild den Kom­pass für alle an der Sanie­rung betei­lig­ten Per­so­nen. Es gibt die Marsch­rou­te vor, wie es dem Unter­neh­men gelin­gen wird, die Kri­se zu bewäl­ti­gen, indem die Kri­sen­ur­sa­chen durch wirk­sa­me Sanie­rungs­maß­nah­men beho­ben wer­den. Damit zeigt das Leit­bild auf, wie das Unter­neh­men kurz- bzw. mit­tel­fris­tig wie­der wett­be­werbs­fä­hig und attrak­tiv für Eigen- und Fremd­ka­pi­tal­ge­ber wer­den kann.

Auch für wirt­schaft­lich erfolg­rei­che Unter­neh­men ist es von höchs­ter Bedeu­tung sich mit dem stra­te­gi­schen Leit­bild aus­ein­an­der­zu­set­zen. Jedes Unter­neh­men ist durch ver­schie­de­ne Umwelt­ein­flüs­se unter­neh­me­ri­schen Risi­ken aus­ge­setzt, wodurch das Geschäfts­mo­dell an Rele­vanz ver­lie­ren kann. Ein stra­te­gi­sches Leit­bild ermög­licht es, bestehen­de Geschäfts­mo­del­le an die­se Dyna­mi­ken anzu­pas­sen oder durch inno­va­ti­ve Ansät­ze bei der Geschäfts­mo­dell­ent­wick­lung sich selbst neu zu erfin­den, um auch in Zukunft erfolg­reich am Markt agie­ren zu können.

Noch immer ver­fügt nur ein Bruch­teil der mit­tel­stän­di­schen Unter­neh­men in Deutsch­land über eine aus­ge­ar­bei­te­te, schrift­lich defi­nier­te Unter­neh­mens­stra­te­gie, erst recht wer­den die Ent­schei­dun­gen des Manage­ments nicht am Leit­bild aus­ge­rich­tet. Oft­mals besitzt der Unter­neh­mer eine gro­be Vor­stel­lung, wie die Zukunft gestal­tet wer­den soll, aber nur in den wenigs­ten Fäl­len wird die­se Visi­on schrift­lich aus­ge­ar­bei­tet und mit den wich­tigs­ten Sta­ke­hol­dern diskutiert.

Ein feh­len­des Leit­bild kann fata­le Fol­gen haben, denn eine nicht vor­han­de­ne stra­te­gi­sche Aus­rich­tung des Unter­neh­mens resul­tiert oft in einer Stra­te­gie­kri­se. Wenn die­se nicht recht­zei­tig erkannt wird oder nicht geeig­ne­te Gegen­maß­nah­men ein­ge­lei­tet wer­den, rutscht das Unter­neh­men oft­mals in eine Liqui­di­täts­kri­se oder im schlimms­ten Fall sogar in die Insolvenz.

Wir­kung eines Unternehmensleitbildes

Das Leit­bild ver­deut­licht den Sinn und Zweck des Unter­neh­mens und gibt einen Rah­men für das täg­li­che Han­deln aller Sta­ke­hol­der vor:

Mit­ar­bei­ter

Die Mit­ar­bei­ter bekom­men eine Vor­stel­lung von der Unter­neh­mens­iden­ti­tät, den Zie­len und der Stra­te­gie des Unter­neh­mens. Das Bewusst­sein dar­über moti­viert und bin­det die Mit­ar­bei­ter nicht nur in ihren täg­li­chen Auf­ga­ben, son­dern ver­mit­telt auch Trans­pa­renz über den lang­fris­ti­gen Kurs, den das Unter­neh­men ver­folgt. Mit­ar­bei­ter sol­len so ein­be­zo­gen wer­den, dass sie neben der Art und Wei­se „Wie“ auch die Fra­ge nach dem „War­um?“ beant­wor­ten kön­nen. Dar­über hin­aus bekom­men poten­zi­el­le Mit­ar­bei­ter eine Vor­stel­lung von den Unter­neh­mens­wer­ten und kön­nen die­se mit ihren eige­nen Vor­stel­lun­gen abgleichen.

Füh­rungs­kräf­te

Des Wei­te­ren ver­bes­sert ein Unter­neh­mens­leit­bild inter­ne Ent­schei­dungs­pro­zes­se, da Füh­rungs­kräf­te ihre Ent­schei­dun­gen auf Basis der stra­te­gi­schen Aus­rich­tung tref­fen kön­nen. Dies führt – neben einer Beschleu­ni­gung der Pro­zes­se – auch dazu, dass sicher­ge­stellt wird, dass die agie­ren­den Per­so­nen im Sin­ne der Geschäfts­füh­rung und vor allem im Sin­ne der Wei­ter­ent­wick­lung des Unter­neh­mens handeln.

Kun­den

Die­se posi­ti­ve Wir­kung spie­gelt sich nicht nur im inter­nen, son­dern vor allem auch im exter­nen Bild des Unter­neh­mens wider: Kun­den kön­nen aus­ge­rich­tet an dem stra­te­gi­schen Leit­bild bes­ser bedient wer­den und erken­nen – neben den Unter­neh­mens­wer­ten – auch die Grün­de für eine lang­fris­ti­ge Kundentreue.

Geschäfts­part­ner

Das Unter­neh­mens­leit­bild trägt zur Image­bil­dung und ‑pfle­ge bei. Damit hebt sich das Unter­neh­men von der Kon­kur­renz ab. Ein Leit­bild visua­li­siert die Unter­neh­mens­wer­te, auf denen die Zusam­men­ar­beit auf­baut. Die lang­fris­ti­ge Aus­rich­tung des Unter­neh­mens kann das Fun­da­ment für bestän­di­ge und ver­trau­ens­vol­le Geschäfts­be­zie­hun­gen bilden.

Folg­lich ist es für jeden Unter­neh­mer, unab­hän­gig von der Unter­neh­mens­grö­ße und der wirt­schaft­li­chen Situa­ti­on, von höchs­ter Rele­vanz, in kon­ti­nu­ier­li­chen Abstän­den sein Leit­bild sowie die Aus­rich­tung des Geschäfts­mo­dells zu hin­ter­fra­gen. Ziel ist hier­bei sicher­zu­stel­len, dass das Geschäfts­mo­dell opti­mal am Markt aus­ge­rich­tet ist und ob mit den bestehen­den Res­sour­cen eine stän­di­ge Trans­for­ma­ti­on ent­spre­chend den Markt­ent­wick­lun­gen bis hin zur stra­te­gi­schen Neu­aus­rich­tung not­wen­dig ist.

Das Ergeb­nis die­ses Pro­zes­ses, unab­hän­gig von einer Anpas­sung oder Neu­de­fi­ni­ti­on des Geschäfts­mo­dells, ist die kon­kre­te Aus­ar­bei­tung eines stra­te­gi­schen Leit­bil­des inklu­si­ve stra­te­gi­scher Stoß­rich­tun­gen auf allen Unternehmensebenen.

Nur wenn der Kom­pass kon­ti­nu­ier­lich auf die Zukunft aus­ge­rich­tet bleibt, kann auch der unter­neh­me­ri­sche und damit der wirt­schaft­li­che Erfolg mit jeder ein­zel­nen Manage­men­tent­schei­dung sicher­ge­stellt werden. 

Bei der Erstel­lung eines Leit­bil­des oder bei der Neu­aus­rich­tung Ihres Geschäfts­mo­dells unter­stüt­zen wir Sie gerne.