Die Schließung der Geschäfte des stationären Einzelhandels im Rahmen der Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie hält nun schon fast drei Monate an. Trotz zahlreicher kreativer Maßnahmen und dem Rückgriff auf Ersparnisse, spitzt sich die Lage bei vielen Einzelhändlern aktuell dramatisch zu.

Öffnungen bei einem stabilen Inzidenzwert unter 50

Zwar hat die Bundesregierung im Rahmen des vergangen Corona-Gipfels den Lockdown zunächst bis zum 28. März 2021 verlängert. Aber es gibt auch einen Hoffnungsschimmer für die Händler, denn erste Lockerungen im Einzelhandel sind bereits jetzt möglich. Bei einer stabilen Inzidenz unter 50 kann der Einzelhandel regional wieder geöffnet werden. Die Begrenzung liegt hier bei einem Kunden pro 10 qm für die ersten 800 qm Verkaufsfläche und einem weiteren Kunden für jede weiteren 20 qm.

„Click and Meet“ ab einem Inzidenzwert unter 100

In Regionen, in denen der Inzidenzwert zwischen 50 und 100 liegt, bestehen auch Öffnungsmöglichkeiten durch eine neue Einkaufsform namens „Click and Meet“. Hierbei handelt es sich um die Weiterführung von „Click and Collect“. Allerdings soll bei „Click and Meet“ wieder ein echtes Einkaufserlebnis, jenseits von der virtuellen Shoppingwelt, ermöglicht werden. Der Kunde bucht vorab einen Termin und kann sich dann in einer zugewiesenen Zeitspanne vor Ort beraten lassen, Kleidung anprobieren oder sich einfach  im Laden inspirieren lassen. Wie dieses Shoppingerlebnis ausgestaltet ist, können die Händler dabei frei entscheiden. Wichtig ist, dass die Kontaktinformationen der Kunden erfasst werden.

Weitere Maßnahmen zur Umsatzsteigerung beibehalten

Trotz dieser ersten Lockerungen werden die hierdurch erzielten Umsätze voraussichtlich immer noch weit unter dem Niveau vor dem Lockdown liegen. Daher sollten Händler auch weiterhin die folgenden Maßnahmen umsetzen oder beibehalten:

  • Bauen Sie Ihren vorhandenen Onlineshop aus

    Der eigene Onlineshop ist Ihr Absatzkanal Nummer eins in Zeiten der Corona-Pandemie. Wichtig ist hier insbesondere eine intuitive und benutzerfreundliche Suchfunktion, sodass Kunden schnellstmöglich die gewünschten Produkte finden und so oft wie möglich ein Kaufabschluss zu Stande kommt. Darüber hinaus ist der Onlineshop das digitale Schaufenster des Geschäfts, welches den Kunden zum Stöbern einladen soll. Durch ansprechende Gestaltung der Homepage und umfangreiche Produktinformationen können so Impulskäufe generiert werden.

  • Nutzen Sie Marktplätze, wenn Sie keinen eigenen Onlineshop haben

    Marktplätze sind eine zeit- und kosteneffiziente Möglichkeit, um dem stationären Einzelhandel das Onlinegeschäft zu ermöglichen, auch wenn kein eigener Onlineshop vorhanden ist. Nutzen Sie vorhandene Strukturen verschiedener Anbieter, um Ihre Kunden zu erreichen, ohne dabei das finanzielle Risiko des Aufbaus eines eigenen Onlineshops tragen zu müssen.

  • Ermöglichen Sie Schaufenster-Shopping

    Trotz geschlossener Geschäfte, bleibt eine Frequenz von potenziellen Kunden vor Ihren Ladenlokalen bestehen. Nutzen Sie durch ansprechende Gestaltung und regelmäßige Änderung des Angebots, Ihr Schaufenster als Präsentationsplattform. Hierbei ist besonders darauf zu achten, dass die verschiedenen Kontakt-, Bestell- und Abholmöglichkeiten klar sichtbar kommuniziert werden.

  • Lieferungen oder Abholservice anbieten

    Nutzen Sie verschiedene Möglichkeiten, um die bestellte Ware zum Kunden zu bringen. Neben der postalischen Lieferung, ist besonders die persönliche Übergabe ein großer Mehrwert zur Kundenbindung. Diese Möglichkeit des persönlichen Kontakts sollte genutzt werden, um in einem kleinen Radius um das Ladenlokal herum eine flexible und schnelle Zustellung zu ermöglichen. Viele Kunden freuen sich über die Möglichkeit in einem definierten Zeitfenster ihre Ware persönlich abzuholen. Durch click-and-collect, telefonische Bestellungen oder andere Kontaktmöglichkeiten kann der Kunde seine zuvor bestellte Ware persönlich am Ladenlokal abholen. Gerade die Option Ware am selben Tag abzuholen, stellt einen signifikanten Wettbewerbsvorteil gegenüber Online-Händlern dar und sollte – wenn möglich – genutzt werden. 

  • Ermöglichen Sie dauerhafte Auftragsannahme

    Bleiben Sie mit Ihren Kunden in Kontakt! Durch verschiedene Kontaktmöglichkeiten wie beispielsweise Telefon, E-Mail, Onlineshop, Whatsapp etc. wird die Bestellung dem Kunden erleichtert und er kann 24 Stunden am Tag und sieben Tage die Woche Ware ordern.

  • Nutzen Sie Social Media

    Die sozialen Medien bieten dem stationären Einzelhandel zwei entscheidende Vorteile: neben der kostengünstigen Markenpräsentation in Echtzeit, können Waren über soziale Netzwerke verkauft werden. Nutzen Sie Instagram, Facebook und Co., um mit Ihrer Kundschaft in den Dialog zu treten und über aktuelle Öffnungs- und Abholzeiten zu informieren. Darüber hinaus bleiben Sie durch regelmäßigen Content im Gedächtnis Ihrer Kunden und haben die Möglichkeit auch ohne persönlichen Kontakt potenzielle Kunden zu erreichen.

  • Passen Sie die Customer-Journey an

    Werden Sie kreativ! Auch wenn Ihr Kunde aktuell nicht wie gewohnt die Atmosphäre und die persönliche Beratung in Ihrem Geschäft nutzen kann, gibt es verschiedene Optionen, um dem Event „Shopping“ etwas näher zu kommen. Fragen Sie Ihre Kunden nach deren Wünschen und bieten Sie dementsprechend individuelle Beratung in vordefinierten Zeitfenstern, Live-Chat-Beratung, Gewinnspiele oder Maßnahmen-konforme Events an.

Gerade in den aktuellen Zeiten ist es wichtig, dass Sie möglichst schnell handeln. Nutzen Sie Ihre Möglichkeiten voll aus und scheuen Sie nicht davor neue Wege einzuschlagen, um den Umsatz in Pandemie-Zeiten zu steigern.

Wir von plenovia glauben an Sie und die Zukunft des stationären Einzelhandels und stehen Ihnen gerne auf diesem herausfordernden Weg bei.

image_pdf