• Amts­ge­richt hebt Eigen­ver­wal­tung auf
  • Sämt­li­che Arbeits­plät­ze konn­ten geret­tet werden
  • Hebar will Kun­den­struk­tur wei­ter ausbauen

Hal­ver, 4. Okto­ber 2018. Das Amts­ge­richt Hagen hat das Eigen­ver­wal­tungs­ver­fah­ren der Hebar Gesenk­schmie­de GmbH auf­ge­ho­ben. Das Unter­neh­men gilt damit als erfolg­reich saniert und ent­schul­det. Nach­dem die Gläu­bi­ger den Insol­venz­plan Anfang Sep­tem­ber ein­stim­mig ange­nom­men hat­ten, konn­te der Weg für die Been­di­gung des Sanie­rungs­ver­fah­rens ein­ge­lei­tet wer­den. Hebar-Geschäfts­füh­rer Ulrich Barz, Sanie­rungs­ge­schäfts­füh­rer Nils Aver­beck sowie die Düs­sel­dor­fer Kanz­lei und Unter­neh­mens­be­ra­tung Bucha­lik Bröm­me­kamp hat­ten das Sanie­rungs­kon­zept ent­wi­ckelt. Es regelt die Ent­schul­dung sowie die erfor­der­li­chen Sanie­rungs­maß­nah­men zum Fort­be­stehen der des Unter­neh­mens. Bereits im Ver­fah­ren hat Hebar sei­ne Kun­den­struk­tur neben dem Auto­mo­bil­sek­tor deut­lich ver­brei­tert. Alle 27 Arbeits­plät­ze blie­ben trotz des Ver­fah­rens erhalten.

Das über 130 Jah­re alte Fami­li­en­un­ter­neh­men, das hoch­wer­ti­ge Schmie­de­stü­cke nach Kun­den­vor­ga­ben pro­du­ziert, war im ver­gan­ge­nen Jahr auf­grund des Die­sel-Abgas-Skan­dals in die wirt­schaft­li­che Schief­la­ge gera­ten. Eine Die­sel­ven­til­klap­pe, deren Pro­duk­ti­on bis dato einen erheb­li­chen Teil des Umsat­zes aus­mach­te, wur­de plötz­lich vom Kun­den nicht wei­ter benö­tigt. Der mit dem Auf­trags­ver­lust ein­her­ge­hen­de Umsatz­ein­bruch konn­te trotz sofor­ti­ger Maß­nah­men nicht auf­ge­fan­gen wer­den. Die Geschäfts­lei­tung ent­schloss sich des­halb zu einer Sanie­rung des Unter­neh­mens im Rah­men einer Eigenverwaltung.

„Hebar konn­te die schwie­ri­ge Pha­se durch die hohe Loya­li­tät und Ein­satz­be­reit­schaft unse­rer Mit­ar­bei­ter sowie das unein­ge­schränk­te Ver­trau­en der Kun­den und Lie­fe­ran­ten meis­tern. Durch das Eigen­ver­wal­tungs­ver­fah­ren konn­ten wir uns wie­der wett­be­werbs­fä­hig am Markt auf­stel­len. Ich bedan­ke mich des­halb bei allen Betei­lig­ten. Wir durch­lau­fen aktu­ell eine sehr posi­ti­ve Ent­wick­lung“, erklärt Hebar-Geschäfts­füh­rer Ulrich Barz.

Mit der Eigen­ver­wal­tung nutz­te die Gesenk­schmie­de eine Sanie­rungs­mög­lich­keit, die Unter­neh­men erst seit 2012 zur Ver­fü­gung steht. Im Vor­der­grund der soge­nann­ten Sanie­rung unter Insol­venz­schutz steht die Fort­füh­rung des Unter­neh­mens, wes­halb die unter­neh­me­ri­sche Ver­ant­wor­tung auch bei der Geschäfts­füh­rung ver­bleibt, die den Sanie­rungs­pro­zess selbst­stän­dig ohne Ein­satz eines Insol­venz­ver­wal­ters durchführt.

Der Sanie­rungs­ge­schäfts­füh­rer, der Hebar plan­mä­ßig wie­der ver­las­sen wird, sieht eben­falls gute Chan­cen für die nach­hal­ti­ge Fort­füh­rung des Unter­neh­mens: „Die Signa­le ste­hen auf grün. Das Umsatz­ni­veau des Vor­jah­res konn­te trotz des Weg­falls eines Groß­kun­den wie­der erreicht wer­den. Jetzt gilt es die begon­ne­nen Maß­nah­men kon­se­quent wei­ter zu füh­ren.“ In der Zukunft wird sich Hebar noch unab­hän­gi­ger vom Auto­mo­tiv-Bereich auf­stel­len. Der Grund­stein hier­für wur­de bereits im Rah­men des Sanie­rungs­ver­fah­rens gelegt, indem es dem Unter­neh­men bereits gelang, den Ver­trieb neu aus­zu­rich­ten und eine Viel­zahl neu­er Kun­den aus dem Maschi­nen- und Anla­gen­bau sowie der Luft­fahrt zu akqui­rie­ren. In der Pha­se der Eigen­ver­wal­tung hat Hebar sechs Neu­kun­den gewin­nen kön­nen und vier­zig Neu­tei­le erhal­ten. Von die­sen vier­zig Neu­tei­len stam­men 25 von Neu­kun­den und 15 von bereits bestehen­den Kun­den, die dem Unter­neh­men dadurch ihre Unter­stüt­zung zukom­men lie­ßen. „Das, was uns im ver­gan­ge­nen Jahr pas­siert ist, soll sich nicht noch ein­mal wie­der­ho­len. Die Insol­venz hat uns gelehrt, dass man sich als Unter­neh­mer nie­mals zu sehr von einem Kun­den oder gar einer Bran­che abhän­gig machen soll­te. Wir haben eine zwei­te Chan­ce bekom­men, die wer­den wir nut­zen“, erklärt Ulrich Barz abschließend.