• Inte­grier­te Stan­dard­soft­ware anstatt Indi­vi­du­al­soft­ware rückt in den Mittelpunkt

Bad Hers­feld. 9. Janu­ar 2017. Die Geschäfts­füh­rer Johan­nes Schick und Cars­ten Uffen­kamp wol­len den Spe­zia­lis­ten für Kas­sen- und Waren­wirt­schafts­lö­sun­gen, die Höltl Retail Solu­ti­ons GmbH, durch ein Eigen­ver­wal­tungs­ver­fah­ren in eine gesi­cher­te Zukunft füh­ren, um sich für die neu­en Markt­be­dürf­nis­se gestärkt auf­zu­stel­len. Einem ent­spre­chen­den Antrag des Unter­neh­mens hat das Amts­ge­richt Bad Hers­feld zuge­stimmt. „Mit der Eigen­ver­wal­tung ver­fol­gen wir das Ziel, das Unter­neh­men neu auf­zu­stel­len und nach­hal­tig wett­be­werbs­fä­hig zu machen. Das Ver­fah­ren hat den Vor­teil, dass es kei­ne Aus­wir­kun­gen auf den lau­fen­den Geschäfts­be­trieb hat“, betont Geschäfts­füh­rer Johan­nes Schick. Mit dem Ver­fah­ren nutzt das Unter­neh­men nun die Chan­ce, die der Gesetz­ge­ber mit dem ESUG (Gesetz zur wei­te­ren Erleich­te­rung der Sanie­rung von Unter­neh­men) vor vier Jah­ren geschaf­fen hat, damit sich die wirt­schaft­li­che Lage in schwie­ri­gen Situa­tio­nen ver­bes­sert. Die unter­neh­me­ri­sche Ver­ant­wor­tung bleibt dabei in den Hän­den der Geschäfts­füh­rung. Sie kann die nun anste­hen­den Sanie­rungs­maß­nah­men selbst­stän­dig umsetzen.

In dem Ver­fah­ren wird Höltl von der Kanz­lei und Unter­neh­mens­be­ra­tung Bucha­lik Bröm­me­kamp aus Düs­sel­dorf beglei­tet, die mit der Geschäfts­füh­rung das Zukunfts­kon­zept ent­wi­ckelt. Zudem wird Tim Lang­städt­ler die Unter­neh­mens­lei­tung als Sanie­rungs­ge­schäfts­füh­rer ergän­zen. Der Sanie­rungs­ex­per­te hat schon vie­le Unter­neh­men durch ein Eigen­ver­al­tungs­ver­fah­ren erfolg­reich beglei­tet. „Höltl ist im ope­ra­ti­ven Bereich eigent­lich kern­ge­sund und die Auf­trags­la­ge gut. Die Eigen­ver­wal­tung ist der rich­ti­ge Weg für das Unter­neh­men, um die Sanie­rung im Inter­es­se aller Betei­lig­ten umzu­set­zen“, erklärt Langstädtler.

Das mit­tel­stän­di­sche Unter­neh­men erwirt­schaf­tet einen Umsatz von rund 8 Mil­lio­nen Euro und beschäf­tigt rund 100 Mit­ar­bei­ter. Die­se wur­den heu­te in einer Betriebs­ver­samm­lung über den Antrag informiert.

Mit dem Ver­fah­ren will sich Höltl auf einen mög­li­chen Umsatz­ver­lust durch den Weg­gang eines Groß­kun­den früh­zei­tig vor­be­rei­ten. Die damit frei­wer­den­den Res­sour­cen, die in den letz­ten drei Jah­ren durch den Groß­kun­den gebun­den waren, ste­hen nun wie­der in Form eines bes­se­ren Ser­vice den bestehen­den Kun­den und Inter­es­sen­ten zur Ver­fü­gung. Hin­zu kommt, dass sich Höltl nun wie­der auf sei­ne Kern­kom­pe­tenz für die Ent­wick­lung von Inno­va­tio­nen für den Han­del kon­zen­trie­ren kann. „Nach dem Abschluss des ESUG-Ver­fah­rens wird das Unter­neh­men ertrags- und liqui­di­täts­mä­ßig wei­ter gestärkt sein“, blickt Geschäfts­füh­rer Cars­ten Uffen­kamp zuver­sicht­lich in die Zukunft.

Zusam­men mit dem Bera­tungs­un­ter­neh­men Bucha­lik Bröm­me­kamp wird Höltl das Sanie­rungs­kon­zept erar­bei­ten und zeit­nah umset­zen. Im Mit­tel­punkt des Kon­zep­tes ste­hen der Aus­bau des Ver­triebs sowie die Opti­mie­rung der Pro­jekt­steue­rung. Des Wei­te­ren wird sich Höltl ver­mehrt auf inte­grier­te Stan­dard­soft­ware kon­zen­trie­ren und das Geschäft mit der Indi­vi­du­al­soft­ware deut­lich zurück­fah­ren. „Das bedeu­tet für Höltl nicht weni­ger als ein Wan­del des Geschäfts­mo­dells“, erklärt Geschäfts­füh­rer Schick.

Die Unter­neh­mens­lei­tung ist wäh­rend des ange­streb­ten sechs­mo­na­ti­gen Ver­fah­rens wei­ter­hin ver­fü­gungs­be­rech­tigt. Sie steht unter der Auf­sicht eines vor­läu­fi­gen Sach­wal­ters, der die Inter­es­sen der Gläu­bi­ger wahrt und die wirt­schaft­li­che Lage des Unter­neh­mens zu prü­fen hat. Das Amts­ge­richt hat als vor­läu­fi­gen Sach­wal­ter Kai Del­lit, Part­ner bei der Kanz­lei hww her­mann wien­berg wil­helm bestellt. „Ich habe mir vor Ort einen ers­ten Über­blick ver­schafft. Die Mit­ar­bei­ter ste­hen moti­viert hin­ter dem Unter­neh­men und der anste­hen­den Umstruk­tu­rie­rung“, erklär­te der vor­läu­fi­ge Sach­wal­ter Kai Dellit.