Rechtsanwalt und Geschäftsführer Dr. Utz Brömmekamp erläutert im Interview mit AHA24x7.com die Herausforderungen der aktuellen Wirtschaftslage und worauf es in einer Krise ankommt. Als entscheidenden Faktor betont er die Krisenfrüherkennung, die auf einem gut funktionierenden Risikomanagementsystem basiert. Besonders kritisch sei die Liquiditätskrise und die Bedeutung einer kontinuierlichen Liquiditätsplanung, die eine Krise über 12 Monate erkennen lässt.

Eine zentrale Rolle bei der Bewältigung von Unternehmenskrisen spielt das Gesetz zur Stabilisierung und Restrukturierung von Unternehmen (StaRUG). Es ermöglicht Sanierungen außerhalb von Insolvenzverfahren durch einen mehrheitlichen Vergleich mit ausgewählten Gläubigern. Im Vergleich zum herkömmlichen Insolvenzverfahren bietet das StaRUG eine Alternative, insbesondere für diejenigen, die das Stigma einer Insolvenz scheuen. Das Verfahren findet außerhalb der Insolvenz statt und ist schneller, komfortabler und kostengünstiger.

Mit Blick auf erfolgreiche StaRUG-Verfahren betont Dr. Brömmekamp, dass die Dunkelziffer mangels Offenlegung hoch sein dürfte. Dennoch gebe es Beispiele für erfolgreiche Sanierungen von Krediten und Steuerschulden.

In den Niederlanden wird die Anwendung des StaRUG durch das „Homologation of Private Arrangements Act“ (WHOA) beeinflusst, das ein schuldner- und unternehmensfreundliches Verfahren ermöglicht. Es bleibt abzuwarten, ob deutsche Unternehmen verstärkt Verfahren in den Niederlanden führen werden.

Hinsichtlich der Verfahrensdauer des StaRUG strebt der Gesetzgeber im Idealfall eine Mindestdauer von ca. drei Wochen an. In der Praxis dauern die Verfahren jedoch mehrere Monate und sind damit immer noch kürzer als das Insolvenzverfahren nach ESUG.

Abschließend betont Brömmekamp, dass das StaRUG seinen Platz in der deutschen und möglicherweise europäischen Sanierungslandschaft finden wird. Derzeit diene es vor allem der Bereinigung der Passivseite, er rechne aber mit zukünftigen Gesetzesänderungen, die eine umfassendere operative oder ergebnisorientierte Sanierung ermöglichen. Eine ergänzende Richtlinie der Europäischen Union könnte dem StaRUG den Charakter eines umfassenden Sanierungsinstruments verleihen, was in den nächsten Jahren interessant werden könnte. (Übersetzt mit DeepL.com – kostenlose Version).

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