Die Deckungsbeitragsrechnung (gemeinhin auch als DB-Rechnung bezeichnet) zeigt Unternehmern, wie wichtig einzelne Produkte oder Dienstleistungen für den Betriebserfolg sind. Denn egal, ob Jung- oder Traditionsunternehmen, die entscheidende Frage am Ende eines jeden Monats lautet, wie hoch das Ergebnis ist und wie dieses verbessert werden kann.

Viele Unternehmen wissen dabei nicht, wie sich das Ergebnis zusammensetzt – genauer gesagt, welche z. B. Produkte welchen Einfluss auf das Gesamtergebnis gehabt haben. Um diese wesentliche Frage beantworten zu können, sollte das Instrument der Deckungsbeitragsrechnung herangezogen werden. Was es damit auf sich hat und wie Sie Ihren Deckungsbeitrag berechnen, erläutern wir im nachfolgenden Artikel.

Das Wesentliche in Kürze

  • Der Deckungsbeitrag ergibt sich aus dem Erlös abzüglich der variablen Kosten und gehört zur Teilkostenrechnung. Zur Berechnung der Höhe des Gewinns müssen zusätzlich die Fixkosten vom DB abgezogen werden.
  • Er zeigt, wie viel ein Produkt oder eine Dienstleistung zur Deckung der Fixkosten beiträgt.
  • Es wird zwischen einstufiger und mehrstufiger Deckungsbeitragsrechnung unterschieden, bei der die Fixkosten in produktfixe, bereichsfixe und unternehmensfixe Kosten aufgeteilt werden.
  • Der absolute Deckungsbeitrag (Gesamtdeckungsbeitrag) ist die Summe aller Deckungsbeiträge innerhalb eines festgelegten Zeitraums.
  • Der relative Deckungsbeitrag wird berechnet, wenn Engpässe in der Produktion vorliegen. Er gibt die Differenz zwischen Stückdeckungsbeitrag und Engpassfaktor (z.B. Maschinenlaufzeit) an.
  • Ziel der Deckungsbeitragsrechnung ist es, die Rentabilität einzelner Produkte und Dienstleistungen zu analysieren und zu verbessern und fundierte betriebswirtschaftliche Entscheidungen zu treffen.

Definition – Was ist eine Deckungsbeitragsrechnung?

Die Deckungsbeitragsrechnung ist ein wichtiges Controlling-Verfahren. Erstmals in den USA in den 1930er Jahren angewandt, dient sie, vereinfacht erklärt, dazu, das Betriebsergebnisses eines Unternehmens mithilfe der Deckungsbeiträge der hergestellten Produkte zu ermitteln und liefert damit eine wesentliche Kennziffer zur Bewertung der Produktivität.

Sinn und Zweck der Deckungsbeitragsrechnung ist es somit zu ermitteln, welche Produkte, Produktgruppen, Bereiche oder auch Kunden welches Einzelergebnis erwirtschaftet haben, um auf Basis dessen das Gesamtergebnis nachhaltig zu optimieren.

Wie wird der Deckungsbeitrag berechnet?

Einstufige Deckungsbeitragsrechnung

Um den einfachen Deckungsbeitrag zu berechnen, zieht man zunächst von den Umsatzerlösen die variablen Kosten (Kv) der einzelnen Produkte ab, um den Gesamtdeckungsbeitrag zu erhalten.

Formel: DB = Erlöse – Kv

In weiteren Schritten werden die Produktfixkosten, die Bereichsfixkosten sowie die Unternehmensfixkosten abgezogen, um das Betriebsergebnis zu ermitteln.

Als Stückdeckungsbeitrag (db) bezeichnet man die Differenz zwischen dem Stückpreis des Produktes (p) und den variablen Stückkosten (kv).

Formel: db = p – kv

Berechnung des einfachen Deckungsbeitrags: Beispiel

Produkt A erzieht einen Umsatz von 100.000 €. Die variablen Kosten betragen 10.000 €. Zur Berechnung des einfachen Deckungsbeitrags müssen nun die variablen Kosten von den Umsatzerlösen abgezogen werden. Es ergibt sich folgende Rechnung:

DB = 100.000 € (Umsatzerlös) – 10.000 € (variable Kosten)

Der Deckungsbeitrag beträgt somit 90.000 €.

Mehrstufige Deckungsbeitragsrechnung

In einigen Fällen, etwa wenn man die fixen Kosten noch transparenter abbilden möchte, ist es sinnvoll, den mehrstufigen Deckungsbeitrag zu berechnen. Die Fixkosten werden dabei in einzelne Teilblöcke gegliedert. Man unterscheidet dann zwischen:

  • Produktfixe Kosten (DB I): können genau einem Produkt zugeordnet werden
  • Bereichsfixe Kosten (DB II): können einem Unternehmensbereich, z. B. einer Produktgruppe, zugeordnet werden
  • Unternehmensfixe / allgemeine Kosten (DB III): sind weder dem Produkt, noch der Produktgruppe zuordenbar (z. B. Gehälter der Verwaltungsmitarbeiter)

Berechnung des mehrstufigen Deckungsbeitrags: Beispiel

Bleiben wir bei unserem Beispiel und berechnen den mehrstufigen Deckungsbeitrag für Produkt A. Der einfach Deckungsbeitrag lag bei 90.000 €. Nun müssen zur Ermittlung des Deckungsbeitrag II die Produktfixkosten in Höhe von 10.000 € vom Deckungsbeitrag I abgezogen werden:

DB II = 90.000 € (DB I) – 10.000 € (Produktfixkosten)

Der Deckungsbeitrag II liegt demnach bei 80.000 €.

Im nächsten Schritt lässt sich der Deckungsbeitrag III berechnen. Dieser ergibt sich für Produkt A aus folgender Formel:

DB III = 80.000 € (DB II) – 20.000 € (Bereichsfixkosten)

Der Deckungsbeitrag III beträgt somit 60.000 € und berücksichtigt die produkt-, bereichs- und unternehmensbezogenen Fixkosten.

Was ist der Unterschied zwischen dem relativen und dem absoluten Deckungsbeitrag?

Der absolute Deckungsbeitrag ist der Gesamtdeckungsbeitrag, d. h. die Summe aller erzielten Deckungsbeiträge innerhalb eines festgelegten Zeitraums.

Um den relativen Deckungsbeitrag zu berechnen, benötigt man hingegen einen sog. Engpassverbrauch (z. B. eine Maschine mit begrenzter täglicher Laufzeit). Hierbei wird der Stückdeckungsbeitrag durch den Engpassverbrauch pro Stück geteilt.

Formel:

Relativer Deckungsbeitrag = Stückdeckungsbeitrag : Engpassinanspruchnahme je Stück

Regelmäßige Berechnung des Deckungsbeitrags ist sinnvoll

Da sich sowohl durch interne als auch durch externe Einflussfaktoren die Deckungsbeiträge verändern können, sollte die Berechnung regelmäßig durchgeführt werden. Erst durch die detaillierte, produktspezifische Übersicht werden Geschäftsprozesse transparenter und für das Management verständlich. Dies kann unternehmerische Entscheidungsprozesse, wie z. B. die Anpassung des Produktportfolios beschleunigen und damit den Erfolg des Unternehmens nachhaltig beeinflussen.

Sie brauchen Unterstützung?

Sie benötigen Unterstützung bei der Erstellung eine Deckungsbeitragsrechnung oder sind sich nicht sicher, ob Ihr Produktmix der Richtige ist? Dann kontaktieren Sie uns. Wir helfen Ihnen gerne dabei, Ihr Unternehmen transparenter zu gestalten, um die richtigen Entscheidungen treffen zu können.

Häufige Fragen und Antworten zum Thema Deckungsbeitragsrechnung

Der Deckungsbeitrag ist die Differenz zwischen dem Umsatz und den variablen Kosten eines Produktes oder einer Dienstleistung. Die Kennzahl gibt an, wie viel Geld nach Abzug von Kosten wie Material, Verpackung oder Versand übrig bleibt, um Fixkosten wie Miete oder Löhne zu bezahlen. Der Gewinn errechnet sich aus dem Deckungsbeitrag abzüglich der Fixkosten.

Nein, der Deckungsbeitrag ist nicht gleich dem Gewinn. Er gibt nur an, wie viel Geld nach Abzug der variablen Kosten übrig bleibt. Der Gewinn ist der Betrag, der nach Abzug der variablen und fixen Kosten übrig bleibt.

Die Deckungsbeitragsrechnung ist für Unternehmen ein zentrales Instrument zur Beurteilung der wirtschaftlichen Bedeutung einzelner Produkte oder Dienstleistungen. Sie zeigt, in welchem Umfang ein Produkt zur Deckung der Fixkosten beiträgt und ermöglicht die gezielte Identifizierung unrentabler Sortimentsbestandteile. So können fundierte Entscheidungen zur Sortimentsgestaltung, Preisfindung und Produktionsplanung getroffen und die Rentabilität des Unternehmens gesteigert werden.

Ob ein Deckungsbeitrag gut oder schlecht ist, hängt von der Branche und den wirtschaftlichen Zielen des Unternehmens ab.

Grundsätzlich sollte der Deckungsbeitrag eines Produktes so hoch sein, dass er die Fixkosten deckt und darüber hinaus einen Gewinn ermöglicht.

  • Ist der Deckungsbeitrag größer als die Fixkosten, erwirtschaftet das Unternehmen mit dem Produkt einen Gewinn.
  • Sind Deckungsbeitrag und Fixkosten gleich hoch, ist das Betriebsergebnis ausgeglichen. Der so genannte Break-even-Point ist erreicht.
  • Ist der Deckungsbeitrag kleiner als die Fixkosten, entsteht ein Verlust.

Die Begriffe DB 1, 2 und 3 stammen aus der mehrstufigen Deckungsbeitragsrechnung. Dabei werden die fixen Kosten auf drei Ebenen (Produkt-, Bereichs-, Unternehmensebene) aufgeteilt, um sie genauer analysieren zu können.

  • Deckungsbeitrag I: Differenz zwischen produktspezifischen Umsätzen und den variablen Kosten.
    Frage: Wie profitabel sind die einzelnen Produkte?
  • Deckungsbeitrag II: Differenz zwischen DB I und den bereichsspezifischen Fixkosten.
    Frage: Wie profitabel sind einzelne Geschäftsbereiche oder Produktgruppen?
  • Deckungsbeitrag III: Differenz zwischen DB II und den unternehmensbezogenen Fixkosten.
    Frage: Kann das Unternehmen mit seinen Produktgruppen und Abteilungen die Fixkosten decken und Gewinne erwirtschaften?